Benachrichtigungsdesign

Das Benachrichtigungssystem von Android Automotive OS (AAOS) versorgt Fahrer mit wichtigen Informationen und priorisiert dabei die Verkehrssicherheit und minimiert Ablenkungen. Dieser Leitfaden erklärt, wie Sie Fahrzeugbenachrichtigungen anpassen und wie diese funktionieren.

Gestaltungsprinzipien

Benachrichtigungen im Auto sind auf Übersichtlichkeit und Sicherheit optimiert. Im Gegensatz zu Benachrichtigungen auf Mobilgeräten konzentrieren sich Benachrichtigungen im Auto auf Einfachheit:

  • Reduzierte Komplexität: Komplexe Bedienelemente wie langes Drücken oder komplizierte Wischgesten sind deaktiviert, damit sich der Fahrer auf die Straße konzentrieren kann.
  • Fahrzustandserkennung: Das System kann Inhalte automatisch einschränken oder kürzen, je nachdem, ob sich das Fahrzeug in Bewegung befindet.
  • Sitzungsbasiert: Die Benachrichtigungsliste wird zu Beginn jeder Fahrt gelöscht, um sicherzustellen, dass nur aktuelle und relevante Informationen angezeigt werden.

Wie Benachrichtigungen angezeigt werden

Benachrichtigungen werden je nach Priorität und Kategorie über zwei Hauptkanäle zugestellt:

  • Benachrichtigungen im Sichtfeld (Heads-up Notifications, HUNs): Wichtige Warnmeldungen, die kurz über dem aktuellen Bildschirm angezeigt werden. Sie werden für zeitkritische Informationen wie eingehende Anrufe oder Navigationsanweisungen verwendet.
  • Benachrichtigungszentrale: Eine zentrale Anlaufstelle, auf der Fahrer eine Übersicht der möglicherweise verpassten Benachrichtigungen einsehen können.

Anpassung

Sie können das Benachrichtigungserlebnis an Ihre Markenidentität anpassen und gleichzeitig die grundlegenden Sicherheitsstandards einhalten.

Benutzeroberfläche und Zugriff

Sie können festlegen, wie ein Fahrer auf das Benachrichtigungscenter zugreift:

  • Systemmenü: Ein Menü ähnlich dem von Mobilgeräten.
  • Eigenständiger Bildschirm: Eine dedizierte Benutzeroberfläche, die über eine Schaltfläche in der System- oder Navigationsleiste aufgerufen wird.

Visuelle Gestaltung

Sie können das Erscheinungsbild der Benachrichtigungskarten an die Designsprache Ihres Fahrzeugs anpassen:

  • Typografie und Farbe: Schriftarten und Farbpaletten für Tag- und Nachtmodus anpassen.
  • Formen: Eckradien und Containerabmessungen anpassen.
  • Bewegung: Definiere die Ankunfts- und Abgangsanimationen für Benachrichtigungskarten.

Priorität und Kategorien

Das System kategorisiert Benachrichtigungen, um festzulegen, wie und wann sie angezeigt werden.

  • Fahrzeugspezifische Kategorien: Umfasst CAR_EMERGENCY, CAR_WARNING und CAR_INFORMATION für Fahrzeugstatuswarnungen.
  • Kommunikation: Verarbeitet CALL und MESSAGE mit optimierten Aktionen wie „Wiedergabe“ und „Stummschaltung“.
  • Navigation: Nutzt die Kategorie NAVIGATION , um als HUNs (Human Unified Navigation Units) Abbiegehinweise bereitzustellen.

Nächste Schritte

So passen Sie die Benachrichtigungen für Ihr Fahrzeug an:

Stil-Benachrichtigungskarten

Die in Google integrierten Benachrichtigungskarten liefern Fahrern zeitnahe Informationen und minimieren gleichzeitig Ablenkungen. Sie können das visuelle Design dieser Karten – einschließlich Typografie, Farbe und Form – an Ihre Markenidentität anpassen und gleichzeitig die Sicherheitsstandards einhalten.

Benachrichtigungskartentypen

Es gibt drei Hauptversionen von Benachrichtigungskarten:

  • Heads-up-Benachrichtigung (HUN): Erscheint kurz am oberen (oder unteren, je nach Ausrichtung) Bildschirmrand über der aktuellen App.
  • Benachrichtigungszentrale-Karte: Wird für dauerhafte Benachrichtigungen verwendet, die in der Benachrichtigungszentrale aufgelistet sind.
  • Gruppierte Benachrichtigungskarte: Kombiniert mehrere zusammengehörige Benachrichtigungen zu einer einzigen, erweiterbaren Karte.

Kartenanatomie

Jede Karte ist ein flexibler Behälter, der aus vier Hauptbereichen besteht:

  1. Kopfzeile: Enthält das App-Symbol, den App-Namen und optional einen Zeitstempel.
  2. Inhalt: Zeigt den Titel der Benachrichtigung und den zugehörigen Text (mit optionaler Nachrichtenvorschau) an.
  3. Aktionen: Bis zu drei Schaltflächen zur Benutzerinteraktion (z. B. „Antworten“, „Stummschalten“).
  4. Großes Symbol: Optionaler Platz für Avatare oder Navigationssymbole.

Styling-Richtlinien

Die folgenden Abschnitte beschreiben die Gestaltungsrichtlinien.

Typografie

Sie können Schriftart und -größe an die typografischen Gegebenheiten Ihres Systems anpassen. Verwenden Sie klare, gut lesbare Schriftarten, die auch bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen gut erkennbar sind.

  • Primärtext: Typischerweise 32 dp (Body 1) für Hauptüberschriften.
  • Sekundärer Text: Typischerweise 24 dp (Body 3) für unterstützende Informationen.
  • Schriftarten: Roboto ist zwar der Standard, OEMs können aber auch eigene Markenschriftarten implementieren.

Farbe und Höhe

Definieren Sie separate Farbwerte für Tag- und Nachtmodus , um Lesbarkeit und Kontrast zu gewährleisten.

  • Kartenhintergrund: Verwenden Sie unterschiedliche Grautöne (z. B. Grau 868 für den Tag, Grau 900 für die Nacht).
  • Text & Icons: Verwenden Sie Weiß mit hoher Deckkraft (88%+) für primäre Informationen und Weiß mit reduzierter Deckkraft (60–72%) für sekundäre Details.
  • Akzentfarbe: Verwenden Sie die Markenfarbe der App für sekundäre Symbole oder bestimmte Aktionen, um den Nutzern die Identifizierung der Quelle zu erleichtern.

Form und Abstand

Passen Sie die physischen Grenzen der Karte an die Designsprache Ihrer Benutzeroberfläche an.

  • Eckradius: Der Standardwert beträgt 8dp (R2), kann aber für ein runderes oder eckigeres Aussehen angepasst werden.
  • Ränder: Halten Sie einen gleichmäßigen Abstand (standardmäßig 16 dp oder 24 dp) zwischen den Kartenrändern und den inneren Elementen ein.

Bildschirmanpassung und Antriebsstatus

Benachrichtigungslayouts müssen sich an unterschiedliche Bildschirmabmessungen (Standard, Breit und Superbreit) anpassen.

  • Fahrzustand: Wenn sich das Fahrzeug in Bewegung befindet, sollten Sie erwägen, Nachrichtenvorschauen auszublenden oder lange Textzeichenfolgen abzukürzen, um die kognitive Belastung zu reduzieren.
  • Bewegung: Verwenden Sie Standardanimationen für Ankunft und Entlassung (z. B. Herunterschieben für HUNs, Wischen zum Entfernen), um visuelles Feedback zu geben.

Benachrichtigungszentrum gestalten

Über diese zentrale Plattform, die auf hohe Übersichtlichkeit und einfache Bedienung ausgelegt ist, um die Sicherheitsrichtlinien zu erfüllen, können Fahrer Benachrichtigungen einsehen und verwalten.

Kernfunktionalität

Nicht sofort eingehende Benachrichtigungen wie Nachrichten und Erinnerungen sind im Benachrichtigungscenter verfügbar. Zeitkritische Benachrichtigungen wie Abbiegehinweise oder aktive Anrufe werden dort nicht gespeichert; diese werden ausschließlich als Head-up-Benachrichtigungen (HUNs) angezeigt.

  • Sitzungsbasiert: Die Liste wird zu Beginn jeder Fahrt automatisch gelöscht, um sicherzustellen, dass die Inhalte relevant bleiben.
  • Prioritätsbasiert: Benachrichtigungen werden nach Wichtigkeit (z. B. Notfallwarnungen zuerst) und dann nach Aktualität geordnet.

Anpassungsoptionen

Sie können das Benachrichtigungscenter an Ihre Markenidentität anpassen und gleichzeitig die Sicherheitsstandards einhalten.

1. Zugriffsmethoden

Sie können anhand der Benutzeroberfläche Ihres Systems festlegen, wie Benutzer auf das Benachrichtigungscenter zugreifen:

  • Herunterziehbare Benachrichtigungsleiste: Benutzer wischen vom oberen Bildschirmrand nach unten, um die Benachrichtigungen anzuzeigen.
  • Spezieller Bildschirm: Benutzer tippen auf ein Benachrichtigungssymbol (normalerweise eine Glocke) in der Systemstatusleiste oder Navigationsleiste.

2. Visueller Stil

Sie können die folgenden visuellen Elemente an die Designsprache Ihrer Marke anpassen:

  • Farbpalette: Definieren Sie unterschiedliche Hintergrund- und Akzentfarben für den Tag- und Nachtmodus.
  • Typografie: Schriftart, Schriftschnitt und Schriftgröße für Überschriften, Titel und Fließtext festlegen.
  • Form: Passen Sie die Eckradien der Benachrichtigungskarten und des gesamten Containers an.
  • Layout: Passen Sie Ränder, Innenabstände und den vertikalen Abstand zwischen Benachrichtigungskarten an.

Interaktionsmodell

Um die Ablenkung des Fahrers zu minimieren, beschränkt sich das Interaktionsmodell auf wesentliche Aktionen:

  • Durchsuchen: Eine vertikal scrollbare Liste ermöglicht es Fahrern, Benachrichtigungen zu scannen.
  • Reagieren: Große Trefferflächen für bis zu drei Aktionsschaltflächen (z. B. „Wiedergabe“, „Stummschaltung“, „Antworten“).
  • Entfernen: Benutzer können eine Karte nach links oder rechts wischen, um sie aus der Liste zu entfernen.

Fahrbeschränkungen

Das Benachrichtigungszentrum muss sich an den Fahrzustand des Fahrzeugs anpassen, um eine kognitive Überlastung zu vermeiden.

  • Inhaltskürzung: Das System kann lange Textzeichenfolgen automatisch auf Basis der von Ihnen festgelegten Zeichenbegrenzungen kürzen.
  • Zusammenfassungen ausblenden: Sie können festlegen, dass Nachrichtenvorschauen oder -zusammenfassungen während der Fahrt ausgeblendet werden.
  • Listenlänge: Die Anzahl der sichtbaren Benachrichtigungen kann begrenzt werden, um übermäßiges Scrollen während der Fahrt zu verhindern.

Design-Checkliste

  • Hoher Kontrast: Stellen Sie sicher, dass Text und Symbole den Zugänglichkeitsstandards für alle Lichtverhältnisse entsprechen.
  • Große Trefferziele: Knöpfe und Karten so gestalten, dass sie ohne präzise Motorsteuerung leicht antippbar sind.
  • Einheitliches Branding: Wenden Sie die gleichen Anpassungsregeln sowohl im Benachrichtigungscenter als auch in den Head-up-Benachrichtigungen (HUNs) an.

Bewegungssequenzen

Im Auto ist Bewegung mehr als nur eine ästhetische Entscheidung; sie ist ein funktionales Signal, das den Fahrer informiert, ohne ihn zu lange vom Straßenverkehr abzulenken. Autohersteller können Benachrichtigungsanimationen individuell anpassen, um sicherzustellen, dass sie sich nahtlos in die übrige Fahrzeugsoftware einfügen.

Prinzipien der Fahrzeugbewegung

  • Informativ, nicht ablenkend: Nutzen Sie Bewegung, um Zustandsänderungen anzuzeigen (wie eine neue Nachricht), aber halten Sie sie so dezent, dass der Fahrer nicht erschreckt wird.
  • Sicherheit geht vor: Animationen sollten kurz und prägnant sein. Vermeiden Sie schwungvolle oder übermäßig komplexe Übergänge, die längere Aufmerksamkeit erfordern.
  • Konsistenz: Die Benachrichtigungsbewegungen sollten mit der Physik des restlichen Infotainmentsystems übereinstimmen.

Wichtige Bewegungsmuster

Die wichtigsten Bewegungsmuster werden in diesem Abschnitt beschrieben.

1. Vorwarnung bei Ankunft (HUN)

Bei Eingang einer Benachrichtigung mit hoher Priorität wird diese per Wischgeste auf dem Bildschirm angezeigt.

  • Einschieben von oben: Der Standard für die meisten Systeme. Die Karte wird von der Oberkante eingeschoben.
  • Hinweis: Diese Bewegung deutet subtil darauf hin, dass das Benachrichtigungszentrum durch Wischen vom selben Bildschirmrand nach unten aufgerufen werden kann.
  • Individualisierung: Sie können die Einlaufdauer und die spezifische Übergangskurve an den Stil Ihrer Marke anpassen.

2. Zum Schließen wischen.

Fahrer können eine HUN oder eine Karte im Benachrichtigungscenter durch eine horizontale Wischgeste ausblenden.

  • Visuelles Feedback: Wenn der Benutzer die Karte zieht, sollte sie sich 1:1 mit seinem Finger bewegen.
  • Ausstiegsbewegung: Sobald die Wischgeste die Ausschlussschwelle überschreitet, beschleunigt die Karte aus dem Bildschirm, und die verbleibenden Listenelemente verschieben sich vertikal, um die Lücke zu füllen.

3. Erweiterung der Gruppierungsbenachrichtigungen

Zusammengehörige Benachrichtigungen (wie z. B. mehrere Nachrichten aus einem Gruppenchat) werden oft zu einer einzigen Karte zusammengefasst, um Platz zu sparen.

  • Erweiterung: Beim Antippen sollte die Karte vertikal wachsen und einzelne Nachrichten anzeigen.
  • Zusammenklappen: Die Rückwärtsbewegung sollte etwas schneller erfolgen als die Ausfahrbewegung, damit der Fahrer schnell wieder zu seiner vorherigen Aufgabe zurückkehren kann.

Timing und Entspannung

Google empfiehlt, den Easing-Standards von Material Design zu folgen, die einen schnellen Start und ein sanftes, allmähliches Ende betonen.

Attribut Empfohlener Wert

Dauer des HUN-Eintritts

250 ms – 400 ms

Entlassungsgeschwindigkeit

Schnell (um sofortiges Feedback zu geben)

Lockerung

Standard (schnell beschleunigen, langsam bremsen)

Bewährte Verfahren

  • Priorität hat die Lesbarkeit: Achten Sie auf ein hohes Kontrastverhältnis zwischen Text und Kartenhintergrund.
  • Einheitlichkeit: Verwenden Sie für HUNs und Notification Center-Karten die gleichen Eckradien und Abstandsregeln.
  • Minimalismus: Aktionen einfach halten und Texte prägnant; komplexe Layouts vermeiden, die mehr als einen Blick zum Verständnis erfordern.